STROKE Artfair in München

Die etwas andere Kunstmesse - für jedermann

STROKE versteht sich als erlebnisorientierte Veranstaltung, die Kunst präsentiert, die jung, spannend und vor allem eines ist: bezahlbar! Neben den zeitgemäßen Aspekten urbaner Kunst, beinhaltet das Konzept zusätzlich digitale Kunst, Design und viele weitere Aspekte urbanen Lifestyles.
 

STROKE wurde 2009 in München von den Brüdern Marco und Raiko Schwalbe gegründet, um ihre Vision von Kunst, Design und urbanem Lebensgefühl im 21. Jahrhundert, einem breiten Publikum näher zu bringen. Das ist Kunst ohne Berührungsängste und Erklärungszwänge. Die Veranstaltung ist der Schmelztiegel für die verschiedenen kreativen Ausdrucksformen unserer Zeit.

Kunst, Design und Musik verbinden sich einmal im Jahr in München zu einem einmaligen Erlebnis. In nur sieben Jahren haben mehr als 150.000 Menschen die STROKE besucht und sie dadurch zu einem der erfolgreichsten Kunst-Events Deutschland gemacht. In der letzten Dekade konnte keine andere Kunstveranstaltung in Deutschland auf ein ähnliches Wachstum und Medieninteresse verweisen.

Auf der STROKE findet stellen Galerien und Künstler der unterschiedlichsten modernen Stilrichtungen aus. Zahlreiche Live-Paintings und Installationen internationaler Künstler sorgen für ein ganz besonderes Feeling und zusätzliche Attraktion. Am Abend erwarten die Gäste mehrere Partys.

Eintritt: 13 Euro
Öffnungszeiten auf der Münchner Praterinsel:
Mittwoch, 4. Mai / 19.00 - 22.00 Uhr
Donnerstag, 5. Mai / 12.00 - 22.00 Uhr
Freitag, 6. Mai / 12.00 - 22.00 Uhr
Samstag, 7. Mai / 12.00 - 22.00 Uhr
Sonntag, 8. Mai / 12.00 - 18.00 Uhr
www.stroke-artfair.com

Banksy - Choose Your Weapon

  

Galerie Kronsbein, München

Bansky - the King of Street Art

Jeder kennt seine Bilder, die er lässig bei Nacht und Nebel sprüht. Wer sich wirklich hinter dieser längst hochgehandelten Kunst verbirgt, weiß man nicht sicher. Wurde der große Unbekannte früher von Polizisten und Putzkolonnen verfolgt, sind es jetzt die Sammler. Und die müssen schnell sein, echte Banksys sind rar, da Banksy nicht den Kunsthandel, sondern überwiegend nur von ihm ausgewählte Sammler beliefert. Schon deshalb ist die Ausstellung „Banksy – King of Urban Art @ Munich“ in der Galerie Kronsbein eine kleine Sensation: Über 40 Werke kommen hier zusammen, das ist die erste umfangreiche Präsentation in Deutschland.

Banksy - Girl With Balloon
Banksy - Heavy Weapon
Banksy - Monkey Queen

Gezeigt werden Banksy's Werke in der Galerie Kronsbein, die sich seit 2009 als Top-Adresse für die Moderne sowie die zeitgenössische Kunst mit den Schwerpunkten Pop Art, ZERO und Urban Art etabliert hat. Ausgesuchte Originale und Editionen treffen in einer reizvollen Mischung aufeinander. Da sind zum einen Bilder wie die die Gangster- oder „Paparazzi Rat“, aber auch die Hommage an den großen Keith Haring und dessen Hund unter dem Titel „Chose Your Weapon“. Zum anderen werden in der Ausstellung komplexere Arbeiten zu sehen sein wie die beiden Versionen von „Toxic Mary“, die den Jesusknaben mit einem Fläschchen füttert, auf dem ein Totenkopf pappt.

Typisch Banksy ist das, der Street-Art-Hero kennt keine Tabus. Die Queen – und das kommt im Vereinigten Königreich der Gotteslästerung gleich – erscheint in der Ausstellung als Schimpansendame im royalen Ornat und zur Abwechslung mit Ziggy-Stardust-Blitz über'm Antlitz. Auf einer gut sichtbaren Fassade knutschen zwei Bobbys, und Premierminister Winston Churchill muss sich eine giftgrüne Irokesenbürste gefallen lassen, die wie ein Staublappen über seiner erhöhten Stirn liegt. Man hört förmlich die näselnden Proteste distinguierter Gentlemen aus den diversen Londoner Clubs. Das öffentliche Ärgernis war mit solchen Stencils (Schablonenbilder) perfekt; und doch haben sich die Briten amüsiert. Königlich.

Denn Banksy liefert keine plumpen Demontagen – was er anzumerken hat, ist herrlich ironisch, raffiniert und oft genug scharfsinnig auf den Punkt gebracht. Zwischendurch gibt es dann aber auch wieder poetische Szenen wie das Girl „Nola“, von deren Schirm pinkfarbener bis gelber Regen fällt. Kronsbein präsentiert hier einen Artist's Proof. Doch natürlich geht es bei vielen der bis ins Detail ausgeklügelten Sprayaktionen um soziale Ungerechtigkeit – da ist Banksy eine moderne Mischung aus Robin Hood und Zorro –, um Gewalt und Waffenwahnsinn. Für den steht in der Ausstellung übrigens ein Elefant mit mächtiger Rakete auf dem Rücken („Heavy Weapon“).

Und da wir mit dieser Symbolik schon fast im Krieg sind: Vor fast zehn Jahren hat die in der israelischen Westbank entstandene Arbeit „Donkey Documents“ nicht nur im Nahen Osten für Diskussionsstoff gesorgt. Denn sie führt einen Soldaten mit Maschinengewehr vor Augen, der die Ausweisdokumente eines Esels kontrolliert. Das Bild ist ein Paradebeispiel für Banksys subversiven Humor, der zugleich in tiefen Empfindlichkeiten rührt und ein jahrzehntelanges Politikum mit einfachen Figuren und einem simplen Sachverhalt aufs Tableau bringt.

Genau das macht die Qualität des Guerillasprayers aus. Deshalb sind Kunstagenten,  potente Sammler und Hollywood-Stars hinter seinen Stencils her. Zu ihnen zähkt auch Model Kate Moss, die nicht nur Banksys sammelt, sondern vom Meister als Marilyn Monroe à la Andy Warhol verewigt wurde („Girl with Balloon“ und „Kate Moss“ werden in der Kronsbein Ausstellung zu sehen sein).

Aber was weiß man nun über diesen Master of Urban Art? Eigentlich nur, dass er um die 40 Jahre alt sein muss und aus Bristol stammt. Wenn Fotos vom angeblich echten Banksy auftauchen, folgt sofort das Dementi. Und immer wieder kommt die Vermutung auf, dass es sich nicht um einen einzelnen Akteur, sondern um ein Künstlerkollektiv handelt. Das würde zumindest die inzwischen weltweiten Einsätze erklären. Eindeutig ist dagegen Banksys soziale wie politische Haltung. Und die reicht über seine Stencils hinaus.

Schließlich demonstriert gerade das Mysterium Banksy, dass der Weg zum Erfolg nicht immer über die komfortabelsten Straßen führt und selbst das kurioseste Konzept funktionieren kann. Jüngstes Beispiel ist die gruselig-böse Trash-Version eines Freizeitparks im tristen englischen Ferienort Weston-super-Mare: „Dismaland“ zog in nur fünf Wochen rund 150 000 Besucher an, die begrenzten Kartenkontingente waren dauernd ausverkauft und brachten der Stadt 27 Millionen Euro ein. Das muss Banksy auch erst einer nachmachen.

Alle Werke der Münchner Ausstellung sind im Besitz des erfolgreichen Unternehmers und Kunstmäzens Dirk G. Kronsbein und wurden von ihm in den letzten Jahren von anderen Sammlern erworben. Daher stehen sie in der Ausstellung auch nicht zum Verkauf.

15. April bis Ende September 2016: Galerie Kronsbein, Wurzerstraße 11+12, München, www.artconsultmuenchen.de

 

Banksy - Paparazzi Rat 2004
Banksy - Toxic Mary Double
Bansky - Kate Moss