• Das Mandarin Oriental Bangkok am Chao Phraya River.

  • Die Riverside Terrace auf der gegenüberliegenden Seite des Mandarin Oriental.

  • Restaurant Le Normandie 

  • Der Author's Wing des Oriental.

  • Das Sala Rim Naam Restaurant des Mandarin Oriental.

  • Das Mandarin Oriental liegt im ältesten Teil der Stadt, wenige Minuten zu Fuß entfernt, liegt der Lebua Tower mit Bars und Restaurants in The Dome, der goldenen Kuppel - rund 270 Meter hoch.

140 Jahre Mandarin Oriental, Bangkok

Der Tradition verpflichtet

Rund vierzig (!!) 5-Sterne-Hotels hat Bangkok derzeit, alle großen internationalen Hotelkonzerne überbieten sich in dieser „Boomtown“ von Monat zu Monat mit Neueröffnungen. Aber nur wenige Hotels liegen am Ufer des Chao Phraya, der Lebensader der Millionenstadt. Das allererste und beste Hotel der Stadt feiert in diesem Jahr sein 140-jähriges Bestehen.

Schöne Hotels gibt es in Bangkok fast wie Sand am Meer. Aber kein anderes wurde über Jahrzehnte öfters als „bestes Hotel der Welt“ ausgezeichnet als das Mandarin Oriental, das älteste Hotel der Stadt. Es bietet Tradition und persönlicher Service im Überfluss und ist daher auch in den meisten Gäste-Rankings die Nummer 1. Nicht nur die zahlreichen Stammgäste des Hauses schätzen die außergewöhnliche persönliche Betreuung durch die etwa 1300 Hotelmitarbeiter.

Langjährige Gäste und auch die Einheimischen nennen das Hotel auch heute noch The Oriental, trotz denn trotz Erwerb von knapp der Hälfte der Anteile im Jahr 1985 durch die Besitzer des Mandarin in Hongkong, wurde das Oriental Bangkok erst vor wenigen Jahren umbenannt. Das Hotel hat eine spannende Historie hinter sich, die von wechselnden Besitzern, Umbauten und Neubauten geprägt ist. Die Geschichte des Orientals beginnt im Jahr 1876, als zwei dänische Kapitäne am Chao Phraya ein Gasthaus für Seeleute eröffneten. Nach einem Brand wurde das Haus 1884 als Luxusherberge mit französischen Köchen und Butlern neu errichtet. Schnell diente das Oriental als Hotel für die Gäste des thailändischen Königshauses. Da sich hier nicht nur Staatsgäste, sondern Ende des 19. Jahrhunderts auch mehrere bekannte Schriftsteller wie Joseph Conrad, Graham Greene, James Michener und William Somerset Maugham einquartierten, wird der Author’s Wing genannt.

Nachdem das Oriental im zweiten Weltkrieg als Unterkunft für die japanische Armee diente, kauften sechs Privatleute 1947 das herunter gekommene Hotel, darunter für kurze Zeit auch der amerikanische Unternehmer (und frühere Geheimdienstler) Jim Thompson, der maßgeblich an der Entwicklung der thailändischen Seiden- und Textilindustrie beteiligt war und 1967 unter mysteriösen, bis heute ungeklärten Umständen im Dschungel der Cameron Highlands in Malaysia verschwand. Die neuen Besitzer gaben dem Oriental alten Glanz zurück und machten es in den 1950er Jahren wieder zum Anziehungspunkt für Monarchen und Geschäftsleute. Mit einem Gesellschafterwechsel war die Grundlage für eine Expansion des kleinen, feinen Hotels gelegt. 1958 entstand der zehnstöckige „Garden Wing“ mit dem luxuriösesten Restaurants Bangkoks auf der obersten Etage. Dieses Gebäude wurde nun nach einer kompletten Renovierung wieder eröffnet.

Neue Anteilseigner investierten ab Ende der 1960er Jahre wieder in das Hotel und engagierten den damals gerade einmal 30-jährigen Kurt Wachtveitl, der bis dahin ein Hotel in Pattaya geleitet hatte, als General Manager. Wachtveitl bestimmte 42 Jahre lang – bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2009 – die Geschicke des Hotels. Eine solch lange Zeit ist nicht nur für das schnelllebige Hotelbusiness eine Ewigkeit, aber für das Oriental in Bangkok ist Kontinuität keine Seltenheit. Kürzlich wurde eine Mitarbeiterin nach über 60 Jahren Zugehörigkeit in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

Unter der Ägide Wachtveitls, der auch überwiegend im Hotel wohnte, entstanden der neue River Wing mit 350 Zimmern (1972) sowie das erste Hotel Spa (1993) und die erste professionelle Thai-Kochschule – beides auf der gegenüberliegenden Flussseite. Berühmte Gäste von Spitzenpolitkern bis zu Filmstars gaben und geben sich auch noch heute im Oriental die „Klinke in die Hand“. Unvergessen ist der Besuch von Michael Jackson, der sich 1993 mit rund 70 Begleitern im Hotel einquartiert hatte und – als in Los Angeles sein Kinder-Sex-Skandals publik wurde, sich tagelang weigerte, seine Präsidentensuite zu verlassen, obwohl diese für den deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizäcker gebucht war.

Trotz neuer, moderner und großzügiger gestalteter Hotels in Bangkok besuchen auch heute weiterhin Staatsgäste, Künstler und Wirtschafts-VIPs das Mandarin Oriental. Mit dem aktuellen Umbau entstanden weitere Suiten und – im komplett restaurierten ursprünglichen Oriental aus dem 19. Jahrhundert, dem Author’s Wing – wurde die neue Grand Royal Suite eröffnet. Diese erstreckt sich über die gesamte erste Etage und verfügt über zahlreiche repräsentative Räume, wie zwei großzügige Wohnzimmer, Bibliothek, Küche, Speisezimmer für bis zu zwölf Gäste und einem lichtdurchfluteten Wintergarten im klassischen Viktorianischen Stil. An den ursprünglichen Bau von 1876 angelehnt, wurden die Balkone wieder geöffnet, damit die Gäste den  traumhaften Blick über die Gärten und den Fluss genießen können. Die Grand Royal Suite zieren zahlreiche Kunstwerke und eine Sammlung an historischen Fotografien der thailändischen Königsfamilie und von Staatsoberhäuptern, die im Mandarin Oriental, Bangkok zu Gast waren.

Das Publikum im Mandarin Oriental kommt trotz des hohen Preisniveaus weiterhin aus der „alten Welt“: Es sind überwiegend Amerikaner, gefolgt von den Europäern. Denn die Hotels am Fluss liegen zwar außerordentlich schön, aber recht weit von den großen Shopping Centern entfernt, die anscheinend für Gäste aus China und Russland essentiell sind. 2018 wird auch dieser „angenehme Nachteil“ Vergangenheit sein: Gegenüber vom Mandarin Oriental wurde zwischen Peninsula und Millenium Hilton der Grundstein für das wohl exklusivste Shopping Center Thailands gelegt.

Die Lage am Fluss hat für Touristen echte Vorteile: Man hat eine beeindruckende Aussicht auf das geschäftigen Treiben auf dem Fluss, was nicht nur bei Loy Krathong – dem wunderbaren Lichterfest meist Ende November – ein Erlebnis ist, und gelangt per Expressboot auch in wenigen Minuten abseits des täglichen Verkehrschaos in den Straßen in Minuten per Expressboot zu den drei wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt: dem Königspalast, dem Wat Arun Tempel und dem Wat Pho (Tempel des liegenden Buddha). Auch der Blumenmarkt und China Town sind so gut zu erreichen.

Schon jetzt ist die Konkurrenz unter den 5-Sterne-Hotels von Bangkok Hotels groß, fünf weitere im absoluten Top-Segment sollen noch hinzukommen. Eine Übernachtung in einem der vielen 5-Sterne-Hotels gibt es oft bereits für unter hundert Euro pro Nacht (Zimmer für 2 Personen), die Mehrzahl fordert zwischen 150 und 250 Euro pro Nacht. Lediglich eine Top-Adresse wie das Mandarin kann Preise über 400 Euro für die kleinste Zimmerkategorie regelmäßig durchsetzen. Das spricht nicht nur für das Selbstbewusstsein, sondern auch für die Qualität.

Mehr über Thailands Hauptstadt erfahren Sie in der Reportage "48 Stunden in Bangkok" mit einem Klick hier.

  

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