(c) Froschmeier

Ein Ort, wo Geld und Aussehen keine Rolle spielen

Der Eisbach in München

Münchens Eisbach! Jedes Jahr lockt er unzählige Besucher, die den River-Surfern zusehen, wie sie sich in die Fluten werfen. Eine der Surferinnen ist Alina Froschmeier, 23 Jahre jung und Studentin an der LMU, die auch als Tanzlehrerin arbeitet. Kristina Esterl hat mit ihr gesprochen.

Alina, in welchem Alter hast du mit dem Surfen begonnen?

Ich habe erst vor 2 Jahren mit dem Eisbachsurfen angefangen, aber ich komme aus einer Surfer-Familie und bin quasi auf dem Wasser aufgewachsen. Meine Eltern haben immer alles unterstützt was mit Wasser, Wind und Wellen zu tun hatte.

Was ist das Besondere am Eisbach? Was verbindest du damit?

Das Besondere ist, einfach den Luxus zu haben in einer Stadt zu wohnen und trotzdem vor der Uni sein Surfboard zu nehmen und für eine Morning-Session an den Eisbach zu fahren. Das gibt es nicht an vielen Orten in der Welt. Ich liebe München, das ist meine Heimat. Hier auch surfen zu können ist der ultimative Bonus, deswegen kommen auch so viele Touristen zum Zuschauen vorbei. Ich verbinde eine ganz andere Seite von München mit dem Eisbach, die man so auf den ersten Blick nicht sieht: Ein Surfer-Lifestyle, gechillte Leute, ein Ort wo Geld und Aussehen keine Rolle spielen - die Leidenschaft zum Surfen bringt hier genau die richtigen Leute zusammen.

Wie oft suchst du am Eisbach die perfekte Welle?

Eigentlich ganzjährig. Das ist ja das Tolle dort, dass man zu jeder Uhrzeit und, wenn man abgehärtet ist, das ganze Jahr dort surfen kann. Im Winter ist aufgrund der Kälte weniger los, was es attraktiver macht sich dort bei Minusgraden ins Wasser zu schmeißen. (lacht) Aber im Sommer bei warmen Wetter macht das Ganze dann doch mehr Spaß!

Wie lange hält man es denn im Winter am Eisbach aus?

Haha, nicht lange! Maximal eine Stunde. Wir haben alle 5 mm Neoprenanzüge, die das ganze erträglicher machen - trotzdem hat man nach kurzer Zeit meist eingefrorene Finger.

Welche Begegnungen am Eisbach haben dich am meisten geprägt?

Als ich angefangen habe, hatte ich ein bis zwei Begegnungen mit Locals, die nicht so freundlich waren, das hätte mich fast davon abgehalten weiter zu machen. Trotzdem war dann der Wille größer. Heute bin ich froh, dass ich mich durchgebissen habe.

Entstehen zwischen den Surfern auch Freundschaften?

Natürlich! Das ist das Beste, wenn du Leute dort triffst, die so ticken wie du. Wir sind inzwischen eine große Gruppe an Jungs und Mädels, die sich mehrmals die Woche zum Surfen verabreden. Mittlerweile sind wir alle so eng befreundet, dass wir auch viele andere Sachen gemeinsam unternehmen. Das ist das, was ich vorher meinte mit „man trifft die richtigen Leute“. Ich habe in München durch den Eisbach Menschen kennengelernt, die ähnliche Interessen haben.

Hast du schon mal echte Surf-Prominenz am Eisbach getroffen?

Haha nein bisher nicht! Habe aber gestern in Facebook gelesen, dass anscheinend Mick Fanning diese Woche zu Besuch war. Das habe ich leider verpasst.

Das heißt der Eisbach ist auch im Ausland bekannt?

Ohja! Eigentlich jeder kennt die „stationary wave in Munich“. Das ist cool zu sehen, dass Riversurfing auch international Anerkennung findet.

Gibt es besondere Entwicklungen am Eisbach zu erkennen?

Ich würde sagen auch der Eisbach verändert sich im Laufe der Zeit. Neue Leute kommen - ältere gehen, so wie das überall ist. Generell ist die Stimmung am Eisbach besser geworden. Die Surfer sind meist freundlich zueinander und respektieren sich. Natürlich wird das Ganze auch populärer und dadurch wird es am Eisbach auch voller, was schon etwas nervig ist, wenn man ewig anstehen muss. Aber das regelt sich schon irgendwie, man versucht zu Zeiten zu kommen, wo weniger los ist. Am Ende des Tages finde ich, hat jeder, der den Mut hat es dort zu lernen, das Recht es zu versuchen. Besser man fängt (wie auch ich) an der Floßlände an und wenn man es dort gut kann, kann man es vorne an der ersten Welle probieren. Das ist definitiv sicherer.

Momentan habt ihr ja bestes Wetter. Beste Bedingungen für eine super Sommer-Surf-Season.

Ich erinnere mich gerne an letztes Jahr - letzter Sommer war einfach traumhaft! So eine tolle Stimmung, nette Leute und gute Laune an der Welle haben dazu geführt, dass wir uns mit Freunden fast täglich dort getroffen haben. Das darf sich gerne dieses Jahr wiederholen. (lacht)

Jeder der Alina und ihre Freunde live sehen möchte, muss nur in die Prinzregentenstraße in München kommen. Nahezu 24/7 kann man hier Surfern zusehen, sich mit anderen Leuten austauschen und internationale Kontakte knüpfen.

 

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